Helga Weissová-Hošková
Die Ausstellung "Zeichne, was Du siehst" zeigt die bewegenden Bilder von Helga Weissová-Hošková die als junges Mädchen im Ghetto Theresienstadt selbst mitlerleben musste was sie in einer bewegenden Reihe von Zeichnungen festhielt. Das Leben und Leiden von hundertausenden Juden im Ghetto von Theresienstadt.
Als Junges Mädchen kam Helga Weissová-Hošková nach Theresienstadt, ihr Vater wusste um das außergewöhnliche zeichnerische Talent seiner Tochter bescheid und ermutigte sie mit den Worten "Zeichne, was Du siehst" dazu alles auf dutzenden Bögen Papier zeichnerisch für die Nachwelt festzuhalten.
Ihre Kunst ist jedoch kein stummes Zeugnis, kein leeres Abbild der Wirklichkeit, es vermittelt das Wesen eines Kindes das diese schrecklichen Umstände miterleben muss. Ihre Zeichnungen vermitteln neue Einblicke in die Lebenswelt der Menschen die Opfer des NS Regimes wurden. Die Bilder gewähren der/dem BetrachterIn einen Einblick durch Kinderaugen.
Das Projekt wurde von der ARGE ReligionslehrerInnen ins Leben gerufen und von einer Maturaprojektgruppe der HAK Steyr und dem Dominikanerhaus Steyr unterstütz.
Wertvolle Dokumente und Mahnung an uns alle
Ich unterstütze die Idee, diese Zeichnungen des 12-jährigen Mädchens aus Prag im Rahmen einer Ausstellung einer breiten Öffentlichkeit zukommen zu lassen. Diese Bilder, in einer Ausstellung zusammengefasst, sind wertvolle Dokumente einer jungen Zeitzeugin über das dunkelste Kapitel unserer Geschichte. Einerseits als Mahnung, zu welch schrecklichen Taten Menschen fähig sind, andererseits auch als Respekt vor all jenen, die in den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus umgekommen sind.
Dieses junge Mädchen wurde auf verbrecherische Art unwiederbringlich ihrer Jugend beraubt. Der Zugang zur Kunst, in diesem Fall zur Malerei hat offensichtlich Helga Weissova als Ventil gedient, um mit dieser schlimmen Situation umzugehen. Keiner weiß, wie viele Weissovas es gab, deren einziger Lichtblick es war, mit Malen, mit dem Eintauchen in eine andere Welt, das Böse im Alltag zumindest einige Minuten zu verdrängen. Kunst als Freiraum, Kunst als Gegenwartsbewältigung. Unter dieses Motto könnte man vielleicht auch diese Ausstellung stellen.
"Zeichne, was Du siehst"! Einige wenige, einfache Worte eines wahrscheinlich verzweifelten Vaters, die berühren und nachdenklich machen. Die aber Kraft ausdrücken, Unterdrückung und Demütigung nicht einfach hinzunehmen.
Ich bedanke mich als Landeshauptmann und Kulturreferent des Landes OÖ bei den Initiatorinnen und Initiatoren für deren Engagement, diese Ausstellung nach Steyr zu bringen. Sie macht betroffen und ist eine Mahnung an uns alle.
Ihr

Dr. Josef Pühringer
Landeshauptmann

„Zeichne, was du siehst"
2008 ist das Gedenkjahr „70 Jahre Anschluss", sowie das Jubiläumsjahr „60 Jahre Staat Israel". Nicht zuletzt deswegen ist das Projekt „Zeichne, was du siehst", in der die jüdische Künstlerin und Zeitzeugin Helga Weissová selbst gemalte Bilder aus dem KZ-Alltag präsentiert, ein wichtiger Beitrag, um Kindern und Jugendlichen die Geschehnisse von damals bewusst zu machen. Gerade in der heutigen Zeit, in der wir uns glücklich schätzen können in Frieden zu leben, ist es wichtig, die Menschen zum Nachdenken anzuregen und sie für dieses Thema zu sensibilisieren. Die schrecklichen Ereignisse der damaligen Zeit dürfen nicht in Vergessenheit geraten.
Die Vergangenheit aufzuarbeiten, damit wir die Fehler nicht in der Zukunft wiederholen, zählt zu den wichtigsten Aufgaben einer Gesellschaft.
Diese Ausstellung stellt diesbezüglich eine einzigartige Chance dar.
Ich möchte all jenen danken, die sich so engagiert für dieses Thema einsetzen und mitarbeiten.
David Forstenlechner

Bürgermeister der Stadt Steyr

Die Ausstellung „Zeichne, was du siehst“ ist eine besondere Ausstellung:
Viele von uns haben sich mit den Verhältnissen in den Konzentrationslagern aus der Perspektive von Erwachsenen beschäftigt. In dieser Ausstellung wird uns gezeigt, was Kinderaugen gesehen, Kindergedanken gedeutet und wie Kinderseelen reagiert haben. Die grausamen und qualvollen Gewalttaten bis hin zu den systematischen Tötungen, die an Erwachsenen begangen wurden, sind schon unerträglich; dass auch Kinder genauso betroffen waren, bedeutet eine weitere Steigerung in der Gefühllosigkeit und Grausamkeit, die so viele Opfer gefordert hat. Wir bekommen eine Ahnung, was es für Kinder bedeutet, Zeuge und Opfer von unvorstellbaren Verbrechen zu sein. Wir dürfen nicht wegsehen und so tun, als gingen uns die Ereignisse unserer Vergangenheit heute nichts mehr an. Wir sind es den Opfern schuldig, dass wir ihrer gedenken und sie niemals vergessen und wir haben immer wieder die erinnernde Mahnung nötig: Wenn einmal Grenzen überschritten sind und die Würde der Mitmenschen egal welcher ethnischen, sprachlichen, religiösen oder gesellschaftlichen Zugehörigkeit missachtet wird, gibt es kein Halten mehr. Deshalb gilt es, den Anfängen zu wehren und jeden Menschen als eine besondere Schöpfung und Gabe Gottes an die menschliche Gemeinschaft zu sehen. Dabei ist Kindern ein besonderer Schutz und eine Sicherheit zu gewähren, damit sie in Freiheit aufwachsen und ihre Persönlichkeit entfalten können. Niemals mehr dürfen Kinder Opfer von solchen grausamen Verbrechen werden.
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Mag. Friedrich Rößler, evangelischer Pfarrer